TÜV SÜD und Accenture präsentieren „Physical AI Safety Suite“ auf der NVIDIA GTC Berlin 2026

Neues Konzept soll die Zertifizierung von Physical AI in automatisierten Fabriken und Lagern mithilfe von NVIDIA-Technologien beschleunigen und die Produktivität in der Fertigung steigern

Berlin, 21. Oktober 2026 – TÜV SÜD und Accenture arbeiten gemeinsam daran, den unabhängigen Zertifizierungsprozess für industrielle Automatisierung mithilfe von NVIDIA-Technologien zu beschleunigen.

Auf der NVIDIA GTC Berlin 2026 stellen die Unternehmen ein gemeinsames Konzept für eine „Physical AI Safety Suite“ vor, die Unternehmen dabei unterstützen soll, physische KI-Ausrüstung wie autonome mobile Roboter (AMR) schneller und sicherer neben menschlichen Mitarbeitern einzusetzen. Mithilfe von digitalen Zwillingen, KI-Agenten und Simulationen soll die „Physical AI Safety Suite“ die Automatisierung von Fabriken und Lagern beschleunigen und die Produktivität in der Fertigung steigern.

Etablierte Industriestandards bilden die Grundlage dafür, dass automatisierte Anlagen sicher konzipiert und betrieben werden. Ein Beispiel ist ISO 3691-4, die Sicherheitsanforderungen für fahrerlose Flurförderzeuge und Systeme, einschließlich AMRs, festlegt. In vielen Industrieländern ist die Zertifizierung nach solchen Normen verpflichtend, bevor Unternehmen automatisierte Anlagen in Betrieb nehmen oder neue physische KI-Ausrüstung einsetzen können. Selbst in Märkten, in denen eine Zertifizierung freiwillig ist, gilt die Einhaltung branchenspezifischer Standards, die von anerkannten Normungsorganisationen herausgegeben werden, als Best Practice.

Doch sich im komplexen Geflecht von Standards zurechtzufinden, kann die Einführung von mit physischer KI unterstützten Automatisierungslösungen verlangsamen. In einem mittelgroßen Produktionswerk können die iterative Abstimmung, Validierung und Abnahme von Sicherheitskonzepten mehrere Wochen dauern. Auf der NVIDIA GTC Berlin 2026 präsentieren TÜV SÜD, Accenture und NVIDIA ein gemeinsames Konzept, um dieses Problem anzugehen.

Vom manuellen Test zum Simulationstest

Die „Physical AI Safety Suite“ digitalisiert mithilfe von digitalen Zwillingen und KI-gestützten Simulationen teilweise die manuelle Begutachtung von Anlagen und Ausrüstung sowie die Erstellung von Zertifizierungspaketen. TÜV SÜD schätzt, dass der digitale Prozess die Inbetriebnahme um bis zu 30 % beschleunigen könnte. Dadurch werden nicht nur physische Abhängigkeiten wie installierte Anlagen und Besichtigungen vor Ort reduziert; Unternehmen können zudem Sicherheits- und Zertifizierungsprobleme früher angehen, um kostspielige Nacharbeiten im Betrieb zu vermeiden.

Photograph of a large warehouse showing automated mobile robots transporting pallets alongside workers in orange safety vests. Tall shelving, boxed inventory, yellow floor lanes, loading equipment, and warehouse aisles highlight coordinated logistics and order fulfillment.

Mithilfe von digitalen Zwillingen, KI-Agenten und Simulationen soll die „Physical AI Safety Suite“ von TÜV SÜD und Accenture die Automatisierung von Fabriken und Lagern beschleunigen.

„Physische KI ermöglicht es Robotersystemen, immer anpassungsfähiger zu werden, und ebnet gleichzeitig den Weg für unabhängige, evidenzbasierte digitale Zertifizierungsprozesse“, sagte Patrick Vollmer, CEO und Vorstandsvorsitzender der TÜV SÜD AG. „Mit unserer ‚Physical AI Safety Suite‘, die auf simulationsgestützten Nachweisen basiert, können wir die Compliance-Readiness bereits in einer viel früheren Phase des Entwicklungszyklus unterstützen, ohne dabei Abstriche bei der von unseren Standards geforderten Genauigkeit zu machen. Die Bewertung von Automatisierungskonzepten, bevor der erste Roboter eingesetzt wird, reduziert Unsicherheiten im laufenden Betrieb und trägt dazu bei, ein höheres Maß an Sicherheit, Effizienz und Leistung in Produktion und Logistik zu erreichen.“

„Unternehmen prüfen Automatisierungskonzepte zu oft erst dann anhand von Industriestandards, wenn die Anlagen, Layouts und Arbeitsabläufe bereits festgelegt sind“, sagte Sarat Maitin, Leiter Supply Chain and Engineering bei Accenture für Zentral- und Osteuropa. „Die Physical AI Safety Suite verlagert diese Schritte auf einen früheren Zeitpunkt, an dem Unternehmen Sicherheitsvorfälle und kostspielige Nacharbeiten noch vermeiden können. Sie ermöglicht außerdem die kontinuierliche Überwachung automatisierter Anlagen. Beides unterstützt den schnelleren Einsatz von physischer KI-gestützter Automatisierung, die erforderlich ist, um die Produktivität in der Fertigung insbesondere in Europa zu steigern.“

Verbundene Prüfungen auf drei Ebenen

Das Konzept der „Physical AI Safety Suite“ bewertet Automatisierung auf drei miteinander verbundenen Ebenen, wobei TÜV SÜD eine unabhängige Bewertung und Sicherstellung vornimmt und die Verantwortung für die Zertifizierung behält:

Ebene 1: Simulation industrieller Anlagenlayouts – Wo können Unternehmen physische KI sicher einsetzen?

Mithilfe der NVIDIA Omniverse-Bibliotheken, der offenen Weltmodellplattform Cosmos und des offenen Robotik-Frameworks NVIDIA Isaac Sim bewertet die „Physical AI Safety Suite“ virtuell Routen, Freiräume, Mischnutzungszonen und Kooperationsbereiche, bevor Roboter eingesetzt oder Layouts neu konfiguriert werden. Anschließend erstellt sie ein strukturiertes Nachweispaket zur Prüfung durch TÜV SÜD, das Anforderungen an Betriebsbereiche, Standards für Gefahren- und Risikominderung, Normen zur Roboterintegration sowie Sicherheitsaspekte von Steuerungssystemen abdeckt.

Ebene 2: Einbindung von Roboterflotten – Wie funktioniert Physical AI sicher?

Mithilfe von NVIDIA Omniverse, Cosmos und Isaac Sim simuliert die „Physical AI Safety Suite“ Roboterflotten und deren Verhalten, um vor dem Einsatz betriebliche Einschränkungen und potenzielle Gefahren zu identifizieren, beispielsweise dass Mitarbeiter von AMRs eingeklemmt werden könnten. Während des Betriebs werden die Sicherheitsplattform NVIDIA Halos und die Edge-KI-Plattform NVIDIA IGX Thor genutzt, um potenziell gefährliche Situationen zu erkennen, die außerhalb des Sichtfelds eines einzelnen Roboters liegen. KI-Agenten, die auf Basis des NVIDIA Halos Outside-In Safety Blueprint entwickelt wurden, erweitern die Wahrnehmung eines Roboters, sodass dieser mithilfe von in der Anlage installierten Kameras autonom Schlussfolgerungen ziehen und handeln kann. Dadurch können Flottenmanagementsysteme früher reagieren, um die Sicherheit und die betriebliche Effizienz zu verbessern.

Ebene 3: Einzelne Roboter – Was darf Physical AI tun?

Selbst Geräte, die alle geltenden Produktvorschriften erfüllen, müssen unter den für den jeweiligen Einsatzort vorgesehenen Betriebsbedingungen getestet werden, wie beispielsweise Belastung, Geschwindigkeit, Bodenbeschaffenheit und Beleuchtung. Mithilfe von NVIDIA Isaac Sim und Cosmos erstellt und testet die Physical AI Safety Suite eine Vielzahl von für die Zertifizierung relevanten Szenarien, die bei Tests unter realen Bedingungen praktisch niemals abgedeckt werden könnten. Dadurch können Engineering-Teams beispielsweise die beste Platzierung für Sicherheitssensoren ermitteln, lange bevor ein physischer Prototyp existiert.

Screenshot of a warehouse simulation showing automated vehicles navigating shelving aisles. Overlay labels compare very dim lighting, morning sunrise, and wet-floor conditions, with blue-purple interface framing and orange sunlight across concrete flooring.

Die „Physical AI Safety Suite“ erstellt und testet eine Vielzahl von Sicherheitsszenarien für Roboter, die bei Tests unter realen Bedingungen praktisch niemals abgedeckt werden könnten.

Physische KI beschreibt eine Kombination von Technologien, darunter digitale Zwillinge, Simulationen, Sensoren, Roboter und KI-Modelle, die es Robotern und Maschinen ermöglicht, unter sich verändernden Bedingungen kontinuierlich wahrzunehmen, zu entscheiden, zu handeln und sich zu verbessern und auf diese Weise in realen Umgebungen autonomer zu arbeiten. Accenture hat kürzlich ein Center of Excellence gegründet, das physische KI-Lösungen für Lagerhäuser und Produktionsstätten entwickelt, aufbaut, skaliert und einsetzt.

Über TÜV SÜD

Im Jahr 1866 als Dampfkesselrevisionsverein gegründet, ist TÜV SÜD heute ein weltweit tätiges Unternehmen. Mehr als 30.000 Mitarbeitende sorgen an über 1.000 Standorten in rund 50 Ländern für die Optimierung von Technik, Systemen und Know-how. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, technische Innovationen wie Industrie 4.0, autonomes Fahren oder Erneuerbare Energien sicher und zuverlässig zu machen. tuvsud.com/de

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Accenture ist ein Technologieunternehmen, das Geschäftsmodelle grundlegend neu gestaltet. Wir verstehen uns als Transformationspartner der Wahl für unsere Kunden, nehmen eine führende Rolle bei der sicheren und breiten Einführung von KI ein und verfolgen den Anspruch, weltweit der Arbeitgeber mit der höchsten Kundenorientierung und KI-Expertise zu sein. Unsere rund 814.000 Mitarbeitenden verfügen über tiefgehende Industriekenntnis und Einblicke in alle Unternehmensbereiche von Strategie- und Prozessgestaltung über Operating-Modelle, Change Management und Personalwesen bis hin zu Data, AI und Technologie. Diese Expertise bringen wir über unsere Beratung, Managed Services, eigene Ressourcen und Plattformen sowie zunehmend über Software ein. Auf Grundlage unserer branchenübergreifenden Erfahrung entwickeln wir Innovationen und neue Lösungen. Wir übersetzen relevante Erkenntnisse und Kompetenzen in marktführende Praxis, um den neuen geschäftlichen Herausforderungen und Chancen unserer Zeit zu begegnen. Wir betreuen über 9.000 Kunden und erzielten im Geschäftsjahr 2026 einen Umsatz von rund 74 Milliarden US-Dollar. Besuchen Sie uns auf accenture.com.

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